Hinter den Kulissen der Preussen Berlin - Interview mit Präsident Rainer Bormann(OLN) Heute wagen wir uns mal in die Beletage des Nord-Oberligisten ECC Preussen Berlin vor. Der Präsident Rainer Bormann, seit 2011 in Amt und Würden, wird uns Rede und Antwort stehen in bezug auf die Vergangenheit, Gegenwart, die neue Saison und die Zukunft.
Herr Bormann, gehen wir mal ins Jahr 2011 zurück. Die Schlagzeile in der Presse lautete: „Insolvenz bei den Preussen abgewendet“. Was sind Ihre Erinnerungen an diese Zeit?
Vor allem Freude, dass wir es geschafft haben. Viele Menschen, einige hatten vorher mit dem Verein nichts zu tun, sind zusammengerückt und haben Monate lang gekämpft, um das zu erreichen. Über Einzelheiten möchte ich eigentlich nicht reden, weil ich lieber im Jetzt lebe und in die Zukunft schaue. Und die sieht gut aus.
Zwar gab es danach auch noch kleinere Turbulenzen (Umlagen usw.), aber in den letzten Jahren konnten Sie auf der Mitgliederversammlung immer einen kleinen aber feinen Jahresüberschuss verkünden. Bei Preussen wird also solide gewirtschaftet?
Dem Vorstand ist es wichtig, den Verein nachhaltig aufzubauen und weiterzuentwickeln. Mit der ersten Mannschaft haben wir die Ambition innerhalb der nächsten Jahre in die 2.Liga aufsteigen, aber wir wissen, dass das nur geht, wenn der Verein finanziell gesund ist. Das heißt nicht, dass man nichts wagt. Wenn man das tut, muss aber sichergestellt sein, dass der Verein das stemmen kann.
Als Präsident haben Sie vielfältige repräsentative Aufgaben. Inwieweit profitiert der Verein von Ihrer beruflichen Ausrichtung z.B. bei der Gewinnung von Sponsoren?
Ich bin Unternehmer und das hilft beim Führen eines Vereins. Einige Sponsoren kenne ich aus meinem beruflichen Umfeld. Aber es gibt auch viele andere. Wir haben von Jahr zu Jahr mehr Unterstützer und wir werden in dieser Saison noch aktiver auf Gewerbetreibende in Charlottenburg und Spandau zugehen, um diese für den Verein zu gewinnen. Im Gegensatz zu vielen Sportvereinen aus der ersten Reihe, bieten wir zusätzlich etwas, was Fans und Sponsoren sehr schätzen: Nähe zu dem Team, zu den Spielern.
Aus Schönheide wurde in den letzten Wochen immer wieder kolportiert das man 500.000€ Euro Saisonetat benötigt um in der Oberliga mithalten zu können. Bewegt sich der ECC Preussen in diesen Regionen?
Nein, der Verein hat für die Oberliga einen geringeren Etat und wir haben es geschafft, ein schlagkräftiges, junges Team zusammen zu stellen, was zu unserem Verein und unserem Plan passt, nachhaltig zu bauen. Richtig ist auch, dass unser Etat gestiegen ist, denn das Niveau der Oberliga ist es auch und wir möchten in dieser Saison in die Playoffs.
Als Präsident eines e.V. müssen Sie ja den Gesamtverein im Auge haben. Die letzte Saison hat neben erfreulichen Resultaten bestimmt auch einige Baustellen aufgezeigt. Gibt es hier einen Fahrplan um wieder in allen Bereichen erfolgreich zu sein?
Es gibt immer Bereiche, in denen man sich verbessern kann. Durch den sehr hohen Zulauf an jungen Spielern, hatten wir am Ende der Saison nicht genug Trainer, wir haben daraufhin unseren Trainerstab ausgebaut. Auch werden wir diese Saison dafür sorgen, dass noch häufiger Führungsspieler der Oberligamannschaft mit den Kleinen aufs Eis gehen und die jungen Preussen in ihrer Ausbildung unterstützen und als Vorbild fungieren.
Haben Sie noch was auf dem Herzen was Sie bei dieser Gelegenheit loswerden möchten?
Ich wünsche mir eine spannende Eishockeysaison, dass das Eis brennt wenn die Preussen spielen, ob ganz klein oder ganz groß. Leidenschaft muss immer dabei sein!
Wir bedanken uns ganz herzlich für die ehrlichen und offenen Antworten.
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