Pfaffenhofen EishogsRichtungsweisende Entscheidungen - Nach dem Bayernliga-Abstieg: So geht es beim EC Pfaffenhofen jetzt weiter
(BYL) Beim EC Pfaffenhofen ist am Dienstagabend eine Ära zu Ende gegangen: Fast 40 Jahre lang hat der Pfaffenhofener Verein der Eishockey-Bayernliga angehört, nur unterbrochen von drei Jahren in der 2. Liga Süd und einem Jahr in der Landesliga.
Anders als im Vorjahr, als der ECP nach dem Aufstieg von Meister Erding noch in der Liga bleiben konnte, „wird es dieses Mal nicht in der Bayernliga weitergehen“, sagt Abteilungsleiter Robert Huber.
„Dadurch, dass es keinen Oberliga-Aufsteiger gibt und der Landesliga-Meister aufsteigen wird, ist kein Platz mehr in der Bayernliga frei und wir werden absteigen.“ Die 0:3-Niederlage am Dienstagabend, wodurch der ECP das Play-down-Finale gegen den EHC Waldkraiburg mit 1:4 verlor, war damit voraussichtlich für lange Zeit das letzte Bayernliga-Spiel für den ECP. Das sportliche Schicksal der Pfaffenhofener war damit besiegelt, doch dass der Verein in der vierthöchsten deutschen Liga an seine Grenzen stößt, war schon länger absehbar. Bereits im vergangenen Jahr waren die Pfaffenhofener als sportlicher Absteiger festgestanden und letztlich nur in der Bayernliga geblieben, weil Meister Erding in die Oberliga aufgestiegen war.
Die Bayernliga wird zum Haifischbecken
„Natürlich bin ich traurig über den Abstieg, der Dino verlässt die Liga. Doch so, wie sich die Bayernliga in den vergangenen Jahren entwickelt hat, war klar, dass es für einen Verein wie den EC Pfaffenhofen immer schwieriger wird, sportlich mitzuhalten“, sagt Huber. „Für mich hat diese Liga nicht mehr viel mit einer Amateurliga zu tun.“ Der Abteilungsleiter nennt als Beispiel die hohen Summen, die andere Vereine in ihren Kader stecken. „Es spielen Halb- und sogar Vollprofis in dieser Liga.“ Spieler, die sich der ECP nicht leisten kann. „Man muss leider sagen, dass wir seit Jahren keine Fanbase mehr haben. Folglich haben wir so auch weniger Zuschauer-Einnahmen.“ Dabei habe der Verein in seiner Amtszeit einiges versucht, um Fans (zurück) zu gewinnen. „Wir haben einen Tag für Vereine und eine Blaulichttag gemacht, haben – vor allem für die Kinder –das Maskottchen Hopfi organisiert – und darüber hinaus viele Feste veranstaltet. Die Fans blieben seiner Meinung nach aber vor allem wegen der vielen Niederlagen aus. Die Chancen, dass in einer niedrigeren Liga deutlich mehr Erfolgserlebnisse werden, stehen zumindest gut, wobei es wohl auch in der Landesliga ohne Verstärkung von außerhalb schwierig werden dürfte.
Über 50 Spiele pro Saison
Ein weiterer Punkt, den Huber an der Bayernliga kritisch sieht: der volle Spielplan. „Nimmt man die Vorbereitungsspiele dazu, dann hat die Mannschaft in dieser Saison über 50 Spiele bestritten und stand fünfmal die Woche auf dem Eis.“ Das Team sei an die Belastungsgrenze gekommen. „Noch dazu bei dem Verletzungspech, das wir hatten.“ Darin sieht der Abteilungsleiter auch den Hauptgrund für den Abstieg: „Wenn dir Woche für Woche vier, fünf Leistungsträger fehlen – und das über eine so langen Zeitraum – dann ist das für einen Verein wie den EC Pfaffenhofen nicht zu kompensieren.“
Huber zählt die langen Ausfälle von Marlon Wolf, David Felsöci, Oliver Eckl und Alexander Eckl auf. Folglich habe Trainer Markus Muhr auf die jungen Spieler, teilweise aus der 1b, zurückgreifen müssen. „Die haben es auch gut gemacht und sich voll reingehängt, aber auf Dauer reicht es dann einfach nicht. Im abschließenden Spiel der Abstiegsrunde in Buchloe haben uns sage und schreibe zehn Leistungsträger gefehlt.“
Im Play-down-Finale gegen Waldkraiburg sah es personell – auch dank der Rückholaktion von Robert Gebhardt und Vasilij Guft-Sokolov – zwar wieder etwas besser aus, „letztlich muss man sagen, dass Waldkraiburg aber einfach eine Nummer zu groß für uns war“, gestand Trainer Muhr.
Die große Frage lautet nun natürlich: Wie geht es weiter? Bleibt der Trainer? Bleiben die Spieler? In welcher Liga tritt der ECP in der neuen Saison an? Dem Vernehmen nach gibt es im Verein Stimmen, die einen Neustart in der Bezirksliga für die beste Lösung halten. Dies wollte Huber auf Nachfrage nicht weiter kommentieren, nur so viel: „Fakt ist, dass wir der Absteiger in die Landesliga sind und dass es einen kompletten Neustart geben wird.“
Entscheidungen fallen wohl erst nach den Wahlen
Wie dieser aussieht, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. „Wir werden jetzt Gespräche mit den Trainern und der Mannschaft führen. Voraussichtlich werden die Entscheidungen aber erst nach den Abteilungswahlen Ende April fallen.“ Huber stellt zwar klar, dass er bereit ist, das Amt als Abteilungsleiter weiter auszuüben, „aber falls es doch einen Gegenkandidaten geben sollte und dieser gewählt wird, dann tritt der natürlich diese Entscheidungen.“ Mit der Arbeit von Trainer Muhr war Huber übrigens „sehr zufrieden“, wie er betont. Der Coach selbst erklärt auf Nachfrage, dass er sich noch keine Gedanken über seine Zukunft gemacht habe. „Aber natürlich wird es eine Rolle spielen, in welcher Liga wir spielen oder welches Personal mir zur Verfügung steht. Wir werden uns in den nächsten Wochen zusammensetzen“, sagt Muhr.
Dank an die freiwilligen Helfer
Auch wenn es sportlich nicht lief, hat Abteilungsleiter Huber aus den vergangenen Jahren auch Positives zu berichten: „Wir haben es zum Beispiel geschafft, einen Großteil der Schulden, die wir bei meiner Übernahme vor vier Jahren hatten, abzubauen.“ Zum Schluss richtet er noch einen Dank an die ehrenamtlichen Helfer im Verein: „Was sie Woche für Woche leisten, damit wir unsere Spiele austragen können, verdient große Anerkennung.“
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