Inklusion und Diversität im Eishockey
(IHP) In der Geschichte der Mannschaftssportarten wie Eishockey hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten viel verändert. Inklusion erfährt eine immer größere Bedeutung und auch die Diversität wird gefördert. Dennoch gibt es vor allem bei dem Thema der Diversität viel zu tun, denn im Vergleich zu anderen Sportarten outen sich im Eishockey noch immer nur wenige Spiele. Dieser Artikel zeigt, was getan wird und noch getan werden muss, um die Inklusion voranzubringen.
Situation im Mannschaftssport: Ist Eishockey reif für Diversität?
„NHL schafft Regenbogentrikots ab“ – dieses Schlagzeile aus dem Juni 2023 zeigt, wie es um die Diversität im Eishockeysport bestellt ist. Dabei haben sich vor allem die Spieler für eine aktive Unterstützung der LGBTQ-Initiative bei ihren Aufwärmtrikots ausgesprochen. Durch das Verbot ist dies nicht mehr möglich.
Einige Spieler wieder der russische Eishockey-Profi Iwan Proworow sorgen durch ihre offenkundige Ablehnung zusätzlich für Wirbel. Der Star der Philadelphia Flyers begründete seine Verweigerung der Trikots mit seinem orthodoxen Glauben: „Meine Entscheidung ist, mir selbst und meiner Religion treu zu bleiben“. Auch Ilja Ljubuschkin und andere Profis weigerten sich, die Regenbogen-Trikots (aus religiösen Gründen) zu tragen.
Diese Einstellung zeigt, warum sich viele Eishockeyspieler erst nach dem Ende ihrer aktiven Karriere outen oder es selbst dann nicht tun. Doch der dänische Profi Jon Lee-Olson bewies Mut und zeigt, wie es auch anders gehen kann. Er outete sich als homosexuell und erfuhr viel Zuspruch durch seine Teamkollegen und Fans.
LGBTQ und gesellschaftliche Trends
Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer – lesbisch, schwul, bisexuell, transgender. Verschiedene sexuelle Orientierungen gibt es nicht erst seit Kurzem, doch mittlerweile werden sie viel offener ausgelebt. LGBTQ ist im Trend, zumindest, wenn es um die Bekenntnis der Sexualität geht. Vor allem in der jüngeren Generation, Generation Z, ist der Trend zum Outing und ausprobieren längst en vogue.
Transgender Dating Seiten und Apps helfen etwa dabei, interessante Partner zu finden oder sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Noch immer gibt es nämlich vor allem in ländlichen Regionen viel Nachholbedarf. Anders als in Großstädten ist es in einem dörflichen Umfeld viel schwerer, offen über seine Sexualität zu sprechen, vor allem in Gegenwart von älteren Bewohnern. Zu groß ist häufig die Skepsis und das Unverständnis vor dem „Anderssein“. In Großstädten hingegen fällt es viel leichter, denn hier ist Diversität und Inklusion längst gelebte Wirklichkeit.
Selbst die Bundesregierung macht mit und ist etwa auf dem Reichstag die Regenbogenflagge. Unternehmen wie Telekom und Co. bekennen sich ebenfalls zur LGBTQ-Community und wollen mit ihren Farben zum Pride-Monat ein Zeichen setzen. Auch die NHL und viele Spieler wollten dabei unterstützen, doch jetzt werden die T-Shirts wieder abgeschafft.
Transgender-Politik der IIHF
Auch im Sport bemühen sich Verbände wie der Internationaler Eishockeyverband um Offenheit und Inklusion. Bei der IIHF Weltmeisterschaft 2027 werden sogar eigene Transgender-Regularien aufgestellt, um die betroffenen Spieler besser schützen und auch nach außen ein Zeichen für Diversität setzen.
Der IIHF geht sogar noch einen Schritt weiter und honoriert den kanadischen Spieler Connor Bedard als ersten männlichen Spieler des Jahres gekürt. Er konnte sich bei der Abstimmung unter Vertretern aus 22 Ländern den ersten Platz, deutlich vor dem lettischen Torwart Arturs Silovs, dem Schweizer Stürmer Andres Ambuhl und dem deutschen Verteidiger Moritz Seider durchsetzen. Natürlich waren dafür vor allem die sportlichen Erfolge entscheidend, denn Bedard trug dazu bei, dass Kanada die letzten beiden Juniorenweltmeisterschaften im letzten Sommer und im vergangenen Winter gewann, bevor er 18 Jahre alt wurde.
Bedeutung von Inklusion im Eishockey
Inklusion spielt auch beim Eishockey wie bei vielen anderen Sportarten eine zunehmend wichtigere Rolle. Die Arbeit der Verbände und der offenkundige Umgang mit Andersgeschlechtlichkeit führt dazu, dass sich immer mehr Spieler outen und wie etwa der dänische Profi Jon Lee-Olsen zu ihrer Sexualität stehen. Auch nach dem Outing werden sie nicht ausgegrenzt, sondern erfahren von Mitspielern und Fans meist großen Zuspruch und Respekt für ihren Mut.
Dennoch zeigen Aussagen wie die von Olsen in einem Interview auch, dass es noch viel zu tun gibt: „Es besteht die Gefahr, dass einige Leute mich provozieren wollen, wenn ich spiele“. Ein Grund dafür ist das Klischee, das dem Sport zugeschrieben wird: Härte, Gewalt, Maskulinität und Machismo.
Mit den „Pride Nights“ oder „Inclusion Nights“ wurden die NHL-Teams ein Zeichen setzen und sich für mehr Toleranz für LGBTQ-Athleten, Fans und Trainer aussprechen; die LGBTQ-Community unterstützen. Die meisten Spieler machen mit und tragen die wertvolle Botschaft nicht nur auf dem Feld, sondern auch über ihre Social-Media-Kanäle in die Welt. Doch es gibt auch andere Spieler wie Ilja Ljubuschkin, die das Tragen des Trikots ablehnen und sich nicht für die LGBTQ-Community starkmachen möchten.
Fazit:
Auch wenn Eishockey gibt es immer mehr mutige, die sich outen und zu ihrer Homosexualität oder dem Transgender-Leben stehen. Lange war das bei dem besonders kraft- und maskulin-betonten Sport undenkbar. Mittlerweile unterstützt auch die NHL gezielt durch Veranstaltungen wie die „Pride Nights“ die LGBTQ-Community und setzt ein Zeichen für mehr Vielfalt und Toleranz.
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